
Der Chor besteht momentan aus 47 Sängerinnen und Sängern.
(15 Sopran, 17 Alt, 6 Tenor, 9 Bass).

Geleitet wird er von Matthias Botsch.
Angefangen hat es 1995. Im Kontext der monatlichen Veranstaltungsreihe von Ingo Müller „Georg, lass mal hören“ wurde „Don Camillo und Peppone“ aufgeführt. Etwa zehn Menschen aus dem Dunstkreis des Einwohnervereins von St. Georg sangen dazu italienische Arbeiterlieder. Anlässlich des Projekts der Geschichtswerkstatt St. Georg zum Spanischen Bürgerkrieg gab es dann 1996 die erste sogenannte musikalisch-literarische Revue. Ein reichliches Dutzend Mitwirkende sang voller Inbrunst vom Kampf um Land und Freiheit und spielten Szenen aus der Revolution. Eine Kombination von Text und Gesang, Theater und Musik: diese Art der Aufführung sollte sich bewähren.

Deshalb wurde auch beim nächsten Projekt der Geschichtswerkstatt zu den Fünfziger Jahren (1997) wieder eine Choraufführung geplant. Die Vorbereitung der Revue „Das Nierentischfeuerwerk“ hatte einer übernommen, der den Chor bis heute entscheidend prägen sollte: Matthias Botsch. Seither ist er der vielgeliebte und unersetzliche Maestro, dessen musikalisches und persönliches Engagement kaum zu überbieten ist. Nicht nur seine Arrangements und Überarbeitungen, vor allem seine Integrität und Motivation sind einfach „Gold“ wert – eben „Drachengold“. So nannte sich der Chor seit 1999 (in Anspielung an das „Wappentier“ des Stadtteils und ein bekanntes Halsbonbon).

Alljährlich wurde, eingebettet in die Jahres-Projekte der Geschichtswerkstatt, eine neue Produktion von allen Chormitgliedern gemeinsam erdacht und vorbereitet. Die thematische und musikalische Bandbreite der Revuen bildete immer wieder eine neue Herausforderung: Zum einen waren dies historische Abschnitte wie die Revolution von 1848/49 (1998), die Zwanziger Jahre (2002) oder gar das ganze 20. Jahrhundert (1999), zum anderen epochenübergreifende Themen wie Essen und Trinken (2001), Arbeit (2000) oder Sozialer Wandel in St. Georg (2003). Jede dieser Aufführungen war dabei nur möglich durch eine große Zahl treuer freiwilliger Helfer/innen.

Die musikalischen Ansprüche sind gewachsen: Damals wurde noch einstimmig geschmettert, heute ist fast alles vierstimmig. Einst gab es ein wenig Klavier, heute spielt auch eine Band mit. Früher durfte noch jede/r mit Textblatt auf die Bühne, heute wird alles auswendig gesungen. Überragend war dabei sicherlich die Darbietung der „Fuge der Geographie“ von Ernst Toch in der Revue 2002; ein Jahr darauf gab es sogar eine Weltpremiere zu hören: die exklusiv für den Chor komponierte Kantette „Zu Hause“ von Boris Guckelsberger.

Und was ist nun das Besondere an „Drachengold“? Nicht nur singen, sondern auch recherchieren, sich in Arbeitsgruppen treffen und diskutieren (z.B. über die angemessene Einbettung des Brecht/Eisler-Stücks „Das Lied vom SA-Mann“), um ein Thema auf musikalische und theatralische Art umzusetzen. Und dabei auch ganz viel Spaß haben. Vielleicht liegt es an dieser Mischung, vielleicht am genialen Chorleiter, dass „Drachengold“ einen jährlichen Mitgliederzuwachs hat, den sich so manche Volkspartei wünscht.

Letzte Änderungen: 02.02.2009 durch webmaster@drachengold.com