am 01. und 02. Dezember 2006
Zwei fremde Augen - ein kurzer Blick
Eine Revue zum 100. Geburtstag des Hauptbahnhofs

Schon der Hauptbahnhof selbst ist Geräusch und Rhythmus, eigentlich pure Musik. Schnell, schnell, Hetze, Hetze - Ruhe, Rast, Warten, Hoffen. Die Menschen am Bahnhof - abgefahren, angekommen, ausgestiegen. Manche kommen niemals zurück, manche bleiben für immer hier.


Der Chor präsentiert Lieder und Szenen von den Begegnungen am Bahnhof - Von Mendelssohn-Bartholdy bis zu den Beatles, von Eisler bis zu den Prinzen.


Während im Kulturladen in der Langen Reihe 111 noch die Ausstellung der Geschichtswerkstatt zum 100jährigen Bestehen des Hauptbahnhofs läuft (bis zum 22.12.) hat Anfang Dezember der Stadtteilchor Drachengold sein diesjähriges Programm präsentiert. Auf den beiden ausverkauften Abendvorstellungen in der Aula der Klosterschule konnte der mittlerweile auf fast 50 Aktive angewachsene Chor - samt erweiterter Band und alles unter Leitung von Matthias Botsch - zeigen, was in ihm steckt. Und das ist wirklich eine ganze Menge. Gesangsmäßig brillierte er mit einer außerordentlich breiten Palette, von großartigen Chordarbietungen bis hin zu beeindruckenden Soli. Was während des zweistündigen Programms vor allem "rüber kommt", ist der Spaß in der Gruppe, die musikalische Konzentration und auch die Ernsthaftigkeit, sich einem Thema zu widmen. Diesbezüglich hätte manche Szene, vor allem mancher Übergang etwas deutlicher sein können, bisweilen war er doch etwas schroff. Aber es war wieder eine Lust, zuzuschauen und zuzuhören (was in den letzten Reihen nicht immer einfach war...) und einen unverändert aufsteigenden Stern unserer Stadtteilkultur zu erleben.
Michael Joho

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