Sketche, Texte und Lieder wechselten einander im schnellen Tempo ab. Berücksichtigung fanden beispielsweise die Sülzeunruhen 1919, das „Stempellied“ von 1929 und der Grass-Roman „Die Blechtrommel“ von 1959. Die unmittelbare Beteiligung an den Geschehnissen merkte man größeren Teilen des Chores bei den hinreißend vorgetragenen Liedern „Der Wassermann“ aus dem Musical „Hair“ (1969) und dem Brokdorf-Demo-Lied „Wir sind zehntausend“ an. So klasse wie das Programm mit einem dreifachen „Hurra dem Kaiser!“ (1899) begann, so beeindruckend war auch die Schlussszene, ein Rap-Ausblick auf das 21. Jahrhundert (1999).
(Text aus "Stadtmagazin Hamburg", Januar 2000)
Diese Produktion hat sich dem größten Arbeitgeber der Republik verschrieben: dem Arbeitsamt. Dort, wo es praktisch alles gibt, nur keine Arbeit, spielt der wahre Sinn des Lebens. Und hier trafen sich alle wieder, spätestens nach dem nächsten Börsencrash. Das Repertoire der musikalischen Genüsse war breit gefächert wie noch nie. Selten waren sich Abba, Eisler, Cabaret und Elbe1 so nahe wie hier. Dabei war das Motto der Revue ganz simpel: "Her mit dem ganzen Leben!"
„Einmal Carbonara, bitte und kann ich noch etwas Zucker und cream in my coffee haben?“ „Natürlich, bei Anna gibt´s alles! Ich sag ja immer: sweets for my sweet, sugar for my honey...“ “Nein, nein, Sie wollen doch bloß wieder Pommesbuden-Polonaise mit mir tanzen!” “In der Tat – komm nur her, du süßer Klops...“
Wie es weiter ging und was Rinderwahn und Schlaraffenland damit zu tun haben? All das gab es bei dieser Revue zu sehen und zu hören.
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